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Samstag, 19. Mai 2012, 18:40 Uhr

12 Jahre Vogelkartierung im NSG „Ruhraue Hattingen-Winz“


Exkursion, Winz Baak, März 2003
Schwarzkehlchen, Winz Baak, Juni 2004, © H. Weindorf

Das Untersuchungsgebiet mit einer Gesamtgröße von 160 Hektar umfasst das Naturschutzgebiet (NSG) „Ruhraue Hattingen-Winz“ (119,4 Hektar) und einen Teil der umliegenden Landschaftsschutz­gebiete, meist angrenzende Obstwiesen und Weiden. Es liegt auf dem Gebiet der Stadt Hattingen im Ennepe-Ruhr-Kreis. Das ehemalige Trinkwassergewinnungsgelände der Gelsenwasser AG ist seit 1995 im Besitz des Landes Nordrhein-Westfalen.

Um das Gebiet im Sinne des Naturschutzes aufzuwerten, hat das Land zwischen 1995 und 1999  für rund 1,5 Millionen Euro im Gebiet unterschiedliche Naturschutzmaßnahmen durchgeführt. So wurden zum Beispiel die Spundwände der Filterbecken an einigen Stellen entfernt, um dort eine naturnahe Gewässerentwicklungen zu ermöglichen. Außerdem wurden in der Aue Flutmulden angelegt und Gehölzgruppen  gepflanzt. 1998 stellte der Kreistag das Gebiet innerhalb des Landschaftsplans Hattingen-Sprockhövel unter Naturschutz. Über 71 Hektar des gesamten NSG werden heute von Heckrindern beweidet, 12 Hektar gemäht.

Seit August 1996 führt der NABU Bochum ornithologische Kartierungen im Untersuchungsgebiet durch. Dabei erfasst der NABU durchgängig die Durchzügler, Rastvögel und Wintergäste. Zusätzlich wurden in den Jahren 1998, 2001 und 2004 die Brutvögel kartiert. Im Rahmen der Kartierungen wurden bisher 162 Vogelarten nachgewiesen, von denen bisher 73 im Gebiet brüteten. 

Die regelmäßige Erfassung der Brut-, und Rastvögel im Gebiet hat eine große Bedeutung für die Effizienzkontrolle der durchgeführten Maßnahmen. Mit der großflächigen Beweidung durch Heckrinder seit dem 1. Juli 2003 änderten sich die Bedingungen für die Vögel grundlegend. So gingen die Störungen durch Besucher mit Hunden drastisch zurück. Schon die Brutvogelkartierung 2004 dokumentierte für störungsempfindliche Brutvogelarten höhere Bruterfolge. Erstmals brüteten Neuntöter, Schwarzkehlchen und Zwergtaucher im Gebiet. Bei den Rastvögeln und Wintergästen fielen, besonders bei Arten mit höherer Fluchtdistanz, wie z.B. Schnatterente oder Zwergsäger, deutlich längere Verweilzeiten und höhere Individuenzahlen auf.

Weitere Informationen und Listen der bisher kartierten Tier- und Pflanzenarten finden Sie auf den Webseiten der Biologischen Station Ennepe-Ruhr-Kreis.